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Lesermeinungen
über das Buch "Barfuss-Szene" von Detlef Fleischer
"Zunächst führe ich das auf, was mir eher negativ an dem Buch aufgefallen ist, danach das, was mir positiv aufgefallen ist und dann folgt so eine Art Synthese.
Wie bereits an anderer Stelle bemängelt, wird 'barfuß' mit 'ß' und nicht mit 'ss' geschrieben. Daneben gibt es auch ein paar Tippfehler im Buch. An zwei Stellen wurden Redewendungen nicht ganz so benutzt, wie es üblich ist. Aber vielleicht ist das ja eine Absicht des Autors? ;-)
Auch der Kritik, dass der Titel nicht zum Inhalt des Buches passt, kann ich mich anschließen. Das Buch greift die verschiedenen Aspekte von 'barfuß' auf, nicht aber die barfuß-Szene an und für sich. Ein besserer Titel wäre u.U. 'Barfuß - warum?" o.ä.
Ist das Buch nächstes Jahr noch aktuell? Ich denke an den Hinweis auf den barfuß-Pfad in Neuss, der noch im Entstehen ist.

In meinen Augen ist die Betonung auf Ärzte und Orthopädie zu stark. Bei dem Satz mit den Warzen an den Füßen musste ich sofort an ein konkretes Beispiel denken, wo Ärzte wirklich versagt haben und sich das Problem mit einem Naturheilmittel dann in null komma nix gelöst hat. - Das einzige wirklich langzeitige Mittel gegen diverse Schädlinge an den Füßen, gegen Rückenschmerzen u.a. ist regelmäßiges barfuß-Laufen. Insofern finde ich ich den Verweis auf die Fußreflexzonenmassage nicht ganz schlecht. Aber dazu muss man sich ja nicht die Füße massieren lassen, sondern es reicht, über verschiedene Untergründe zu wandeln
Der Erotik-Teil passt irgendwie nicht in die Gesamtheit des Buches. Ich schließe nicht den erotischen Aspekt von Füßen aus. - Die Frage ist halt: An wen soll sich das Buch richten? - Als Geschenk-Buch würde ich es wahrscheinlich aufgrund dieses Aspekts nicht benutzen, denn ich möchte meine Bekannten höchstens zum barfuß-Laufen anleiten und sie nicht auch noch mit 'Randaspekten' konfrontieren.
Ich kann mir vorstellen, dass der eine oder andere auch durch den Preis des Buches abgeschreckt wird. Das Buch ist es durchaus wert. Aber nachdem die meisten Menschen ihre Füße eh ziemlich vernachlässigen ... Sollen sie für ihre Füße 12,80 EUR ausgeben?
Nun zu dem, was mir positiv am Buch aufgefallen ist:
Es ist klar strukturiert und angenehm zu lesen. Es kann auch als eine Art Nachschlagewerk verwendet werden, wenn man davon bei einem Buch mit derart geringem Umfang überhaupt sprechen kann. Man verliert den Anschluss nicht, wenn man ein Kapitel auslässt oder an anderer Stelle blättert.
Es enthält schöne Kunst-Fotos.
Es kann dazu beitragen, dass man sich seiner Füße bewusster wird. Ich frage mich jedoch, wer auf die Idee kommt, ein solches Buch zu kaufen? Dennoch kann ich mir vorstellen, dass es recht gut ankommen könnte, wenn es in einer Buchhandlung auf einem Aktions-Tisch stehen würde.
Das Buch bringt auch (geschichtliche) Aspekte, derer ich mir nicht bewusst war.
Es führt bekannte Persönlichkeiten, die barfüßig auftreten, auf. (Ich habe mir sofort eine uralte Patricia-Kaas-Kassette ausgegraben und angehört :-).)
Solche Überraschungs-Aspekte (Geschichte, Persönlichkeiten und andere) machen das Buch richtig liebenswert.
Zusammenfassend kann man sagen: Das Buch ist kein Buch von einem barfuß-Läufer für barfuß-Läufer, sondern eher von einem Menschen, der dem barfuß-Laufen positiv gegenübersteht und es durchaus praktiziert für Menschen, die mit barfuß und ihren Füßen (überhaupt) nichts am Hut haben.
Ich wünsche mir, dass das Buch zu einer breiteren Akzeptanz dem barfuß-Laufen gegenüber beiträgt und dass es Menschen hilft, ihre Füße wieder besser wahrzunehmen. (btw.: Im Erotik-Teil vermisse ich einen Hinweis auf Kleebergs Buch 'Barfuß', das angeblich europaweit so bekannt ist. Allerdings habe ich es bislang nicht gelesen und kann also nicht konkret sagen, inwiefern es hätte Erwähnung finden sollen.)
Mit freundlichen Füßen, Eva!"
"Detlef Fleischer hat es geschafft, dass es endlich im deutschsprachigen Sprachraum ein Buch gibt, welches sich nur mit dem Barfußlaufen beschäftigt. Diesen Verdienst stelle ich gerne voran.
Das 96 Seiten starke Büchlein ist in einem lockeren Erzählstil gehalten. Die einzelnen Abschnitte gehen teilweise fließend ineinander über. Im Falle des Interviews von Lorenz sogar so fließend, dass man gar nicht sofort merkt, dass anstelle von Lorenz nun wieder der Autor spricht. Ein Inhaltsverzeichnis wäre manchmal hilfreich zum Nachblättern.
Das Stichwortverzeichnis am Schluss enthält nicht viel mehr Begriffe als das Inhaltsverzeichnis hätte - mir persönlich hätte ein Inhaltsverzeichnis besser gefallen.
Die ersten 74 Seiten berichten allgemein über diverse Aspekte des Barfußlaufens. Gesundheit, Kultur, Medien, Büro, etc. Aber im lockeren Erzählstil vermisse ich als interessierter Leser etwas die Tiefe. Vieles wird angerissen, bleibt aber fragmentarisch. Man merkt den Nachteil dieses essayistischen Stils: Die Übergänge zwischen Fakten und subjektiven Geschmackswertungen sind sehr fließend. Es kommt auch nicht klar raus, worin nun das Interesse des Autors liegt: Will er informieren? Will er erzählen? Ist es ein verkleideter Erlebnisbericht?

Der zweite Teil, von Seite 75 - 93, richtet sich an diejenigen, welche ein erotisches oder S/M-Interesse an Füßen haben. Für mich nicht mehr nachvollziehbar ist, dass der Autor zuerst diese Internet-Szene ausgiebig beschreibt, sich dann aber von - aus seiner Sicht - "perversen" Spielarten distanziert. Ich lese da noch immer ein Prickeln beim Autor heraus - mit pflichtgemäßer Distanzierung. Hier wird der Titel "Barfuss-Szene" Wirklichkeit. Es wird eine "Szene" beschrieben, der Mainstream der am barfußlaufen interessierten Menschen wird hier verlassen.
An wen wendet sich nun dieses Buch? Dieser zweite Teil macht deutlich, dass es sich doch etwas um ein "Buch zum Internet" handelt und nicht um ein Buch, welches sich an Freizeit- und Gesundheits-Barfußläufer richtet.
Alleine wegen des ausführlichen Erotikteils - Erotik spielt aber auch ansonsten immer wieder eine kleine Rolle - kommt das Buch für mich als Geschenk für Interessierte (Familie, Freunde, etc.) nicht in Frage. Ich persönlich möchte nicht, dass meine Familie oder meine Freunde mein Barfußlaufen nur noch unter dem Aspekt betrachten, ob ich damit erotische Phantasien auslebe oder gar Spaß an Fußfolterungen, Trampling, etc. habe. Nein Danke!
Fazit: Ein schöner Versuch mit ansprechenden Photografien (Lob an den Photographen Steffan Sturm), der gerade im ersten Teil in leicht lesbarer Form verschiedene Aspekte barfüßiger Existenz beleuchtet. Die stilistischen Schwächen von Detlef Fleischer, der übrigens Journalist ist, empfehlen ein professionelles Lektorat.
Mein Wunsch wäre jetzt noch, dass sich jemand findet, der ein echtes "Ratgeberbuch" zum Barfußlaufen und Barfußwandern schreibt, fundiert und familientauglich.
Grüße, Kai (WN)"
Quelle: Hobby: Barfuß-Forum
(www.barfuss.org)
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